Der Geschlechtsverkehr, schreibt Martin Amis zu Beginn, „hat zwei spezifische Besonderheiten. Er ist unbeschreiblich. Und er bevölkert die Welt. Es sollte uns daher nicht überraschen, dass alle kaum etwas anderes im Kopf haben.“ Das mag als Daseinsdeutung tendenziell leicht übertrieben… Weiterlesen →
Im Zeichen der Kokosnuss Christian Kracht spürt mit seinem Roman „Imperium“ deutschen Kolonialsehnsüchten nach. Es ist die Geschichte des August Engelhardt, ein weiterer Vertreter im Krachtschen Kosmos, in dem Zvilisierte auf „exquisite“ Barbaren stoßen August Engelhardt war nicht einfach nur… Weiterlesen →
Das faszinierende Buch über Rembrandt von Rudi Fuchs könnte auch „Rembrandt unplugged“ heißen, denn wir begegnen dem niederländischen Maler auf Augenhöhe, ohne Pathos von Genialität und Bedeutung. Der Kunsthistoriker skizziert die Laufbahn Rembrandts, indem er sich in die Gestaltungsfragen eines… Weiterlesen →
Politik der Ekstase: Mit Dan Dare, Raumschiffpilot erscheint ein Meilenstein der Comicgeschichte Wer Arno Schmidts Science-Fiction-Roman Die Schule der Atheisten gelesen hat, weiß, was die Glocke geschlagen hat. Sich das Buch vors Auge zu stemmen, verlangt Kraft und Disziplin, und… Weiterlesen →
Hitler – der populärste Tote der Postmoderne Daniel Erks unterhaltsames Aufklärungsbuch über den ewigen Frühling des Führers Nein, den marktreißerischen Superlativ im Titel haben sie klugerweise vermieden. Zwar heißt es im Klappentext des Random House-Ablegers Heyne über Daniel Erks… Weiterlesen →
Von Ulbricht zu Erhard Brutto, Tara, Netto In ihrem Buch „Freiheit statt Kapitalismus“ äußert Sahra Wagenknecht nichts Falsches und kaum Neues, aber viel Vernünftiges und verbindet dies alles mit einer Marketing-Idee, über deren Nutzen und Nachteil man sich dann halt… Weiterlesen →
Auf das Zimmer folgt das Haus, auf Drinnen folgt das Draußen. Dann kommt das Viertel, die Stadt, die Umgebung, und schließlich die ganze Welt bis hin zum lieben Gott. So ungefähr richtet sich das Kind im Universum ein, und ganz… Weiterlesen →
Die Erinnerung, so heißt es an einer Stelle dieses erstaunlichen Romans, ist wie ein Haus. Sie hat mehrere Türen. Und wenn eine Tür verschlossen ist, muss man eben eine andere nehmen. Anwar, der Ich-Erzähler, ist Diener, Bote und gelernter Dieb… Weiterlesen →
Es gibt so Tricks für den gewitzten Erzähler. Zum Beispiel den, immer das zu sagen, was er gerade tut. Wenn sich die Geschichte etwas in die Länge zieht, schreibt er das hin, und schon verzeiht man ihm den Mangel, sieht… Weiterlesen →
Heroische Feiglinge Auch die NS-Täterseite war ständig von einer Suizidwelle erfasst / Christian Goeschels aufschlussreiche historiographische Studie zum „Selbstmord im Dritten Reich“ Statistiken haben etwas Verführerisches an sich. Aus Zahlen, Kurven und Verläufen spricht eine scheinbar objektive Gewissheit und die… Weiterlesen →
Für mehr als Sex Der Berliner Literaturwissenschaftler Peter Menninghaus hat sich auf den Pfad von Charles Darwin begeben. Am Ende seines brillanten Buches bleibt Kunst dann aber doch Kultur. Macht es einen Unterschied, ob der Pfau ein Rad schlägt oder… Weiterlesen →
Der Schriftsteller Eugen Ruge hat für seinen DDR-Roman den Deutschen Buchpreis 2011 gewonnen. „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ sollte man lesen. Hier die Rezension von Jörg Magenau: Die Menschen auf alten Fotos können nichts dafür, doch sie rücken auf werkwürdige… Weiterlesen →
Wo Teejungen und Transvestiten hausten Megalopole am Bosporus: Im siebten Band der Corsofolio-Städtereihe gehen die Autoren auf Spurensuche in einem untergehenden Istanbul „Aus der Ferne glich Istanbul der sagenhaften orientalischen Metropole, die wir hatten besuchen wollen. Minarette, Kuppeln, Türme schimmerten… Weiterlesen →
Der Titel eines Buches von Werner Röhr macht schlechte Laune: „Abwicklung“. Man ist auf eine erneute Darstellung des schäbigen Verfahrens gefasst, in dem westdeutsche Kommissionen über die wissenschaftlichen Einrichtungen der DDR herfielen und diese nach den Vorgaben politischer Instanzen und… Weiterlesen →
GIUDA BALLERINO! (*) 1 Es ist vergleichsweise leicht, der grafischen Erzählmaschine „Dylan Dog“ zu verfallen, jener italienischen Comic-Serie, die gerade die Nummer 300 der regulären Serie erreicht und es mit Nebenprojekten und Einzelveröffentlichungen wohl bislang auf rund 500 abgeschlossene grafische Erzählungen… Weiterlesen →
Für Kinder ist es immer schwer zu akzeptieren, dass die Welt schon vor ihnen existierte. Noch schwerer ist das zu begreifen, wenn die Herkunftsgeschichte des eigenen Landes sich von der Gegenwart fundamental unterscheidet, wie es für ostdeutsche Jugendliche in der… Weiterlesen →
Es gab einmal ein Land und eine Zeit, da wurden Schriftsteller durch die Bezeichnung „Arbeiterdichter“ geadelt. Es war das Land, in dem der Dichter Volker Braun zu arbeiten begann. Als Arbeiterdichter galt er dort jedoch nicht, obwohl Arbeit von Anfang… Weiterlesen →
Es gibt nur wenige Momente der Hoffnung in diesem Buch. Ja, schlimmer noch: Das Mädchen, dessen Namen wir nicht erfahren und das am Anfang zwölf Jahre alt ist, lernt, sich vor der Hoffnung wie vor einer heimtückischen Krankheit zu hüten…. Weiterlesen →
Am Ende des Romans trifft Mary Louise Dallon einen Pfarrer, dem sie ihre Geschichte erzählt. Mary ist eine freundliche Frau und bestimmt nicht verbittert, obwohl sie allen Grund dazu hätte. Der dann folgende Satz, mit dem William Trevor die Reaktion… Weiterlesen →
Ein Tier müsste man sein, „ein wirkliches Tier, ohne ein Bewusstsein, das den Willen hemmt.“ Da aber auch Gefühle sich eher störend auswirken, wäre es noch verlockender, als Pflanze zu existieren: Man hätte Blätter, die mit ihrem Chlorophyll Photosynthese betreiben…. Weiterlesen →
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